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Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer (PM)

16.02.2017Ralf Müller, Uwe Jauß und Agenturen


Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer

Arbeiten kosten nach Angaben von Verkehrsminister Herrmann nun 440 Millionen Euro


München/Lindau sz Der Ausbau der Bahnstrecke von München über Memmingen nach Lindau wird voraussichtlich mehr als doppelt so teuer wie geplant.
Nach aktueller Planung schlage das Projekt mit rund 440Millionen Euro zu Buche, sagte der bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Landtags in München.
Bei den ersten Planungen um das Jahr 2000 herum war von knapp 190 Millionen Euro die Rede gewesen. 2012 wurden die Kosten bereits auf 310Millionen Euro beziffert.

Zentrale Maßnahme beim Ausbau ist die Elektrifizierung. Hinzu kommen aber noch weitere Arbeiten – etwa Veränderungen an den Bahnübergängen. Zudem sind ausgedehnte Lärmschutzanlagen an vielen Streckenabschnitten vorgesehen.
Dies sei einer der Gründe, weshalb der Ausbau wesentlich teurer werde, sagte Herrmann. Anfangs waren für den Lärmschutz nur rund zehn Millionen Euro vorgesehen.
Jetzt sei er mit rund 100 Millionen Euro kalkuliert und „sehr bedeutsam für die breite Akzeptanz des Projekts“, so Herrmann. Das Ziel des Ausbaus besteht darin, zwischen München und Zürich eine komplett elektrifizierte Strecke zu haben.
Von Lindau über Bregenz bis zum eidgenössischen Wirtschaftszentrum ist dies bereits der Fall.

Die Verteuerung des Ausbaus soll laut des bayerischen Innenministers durch einen neuen Finanzierungsmix aufgefangen werden. „Die geplante Vorfinanzierung durch den Freistaat Bayern in Höhe von 55 Millionen Euro fällt weg,
die Vorfinanzierung der Schweiz mit 50 Millionen Euro bleibt. Der Bund steuert inklusive der Rückzahlung an die Schweiz rund 220 Millionen Euro aus Mitteln des Bedarfsplans und des Zukunftsinvestitionsprogramms bei“, erläuterte Herrmann.
Bayern investiere rund 160 Millionen Euro aus Landesmitteln und der für Schienenpersonennahverkehrsinvestitionen zur Verfügung stehenden Länderquote Bayern der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung.
„Der Rest kommt von der Deutschen Bahn“, sagte Herrmann. Sollten die Kosten nochmals steigen, würden sich Bund und Land diese im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel teilen.

Das Bauprojekt habe für den Freistaat eine sehr große Bedeutung, betonte Herrmann. „Die Deutsche Bahn ist voll im Zeitplan. In rund einem Jahr wollen wir den offiziellen Baubeginn für das Großprojekt voraussichtlich in Memmingen feiern.
Die Inbetriebnahme der Strecke soll Ende 2020 stattfinden.“

Baurecht südlich von Memmingen

Am Dienstag sei das Baurecht für den ersten Abschnitt der Ausbaustrecke erteilt worden. Dies betrifft den Bahnverlauf zwischen der bayerisch-württembergischen Grenze bei Memmingen und Aichstetten unweit von Leutkirch im Landkreis Ravensburg.
Für 20 weitere Abschnitte fehlen noch die Planfeststellungsbeschlüsse. Die Deutsche Bahn rechnet im Laufe des Jahres mit der Erteilung.

Laut Herrmann wird sich die Reisezeit durch die Elektrifizierung und die Baumaßnahmen deutlich verkürzen. Von München aus soll Zürich in dreieinhalb Stunden zu schaffen sein, derzeit sind es mit der schnellsten Verbindung vier Stunden und 20 Minuten.
Aber auch zwischendrin soll es Verbesserungen geben. „Wir wollen zwischen Memmingen und der Landeshauptstadt neue Expresszüge anbieten, mit denen die Reisenden eine halbe Stunde einsparen werden.
Besonders das Allgäu, aber auch die Großräume München und Zürich sowie der östliche Bodenseeraum profitieren von dem Ausbau“, sagte Herrmann.

Der SPD-Verkehrspolitiker Bernhard Roos wies auf die freiwillige Vorfinanzierung durch die Schweiz hin, die an der Ertüchtigung der Strecke in ihr Wirtschaftszentrum Zürich sehr interessiert ist.
Ohne diese 50 Millionen Euro wäre man mit diesem Projekt wohl immer noch nicht so weit, meinte Roos. Bisher fahren auf der Strecke Dieselloks.

Der CSU-Verkehrsexperte Eberhard Rotter hob dann auch hervor, dass die „große Diesel-Insel“ im Raum zwischen Donau und Allgäuer Alpen durch die Elektrifizierung „diagonal durchschnitten“ werde.
Sein Stimmkreis Lindau-Sonthofen ist von den Maßnahmen direkt betroffen. Rotter freut sich, dass nun „der Einstieg in die Elektrifizierung der Allgäuer Strecken geschafft“ sei.



Quelle: http://www.schwaebische.de/region/bayern_artikel,-Bahnstrecke-Muenchen-Lindau-wird-wesentlich-teurer-_arid,10616416.html
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Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer (PM)

Hechter19516. Februar 2017 21:57

Re: Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer (PM)

Winnie13517. Februar 2017 13:10

Re: Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer (PM)

MartinKBS75113617. Februar 2017 14:39

Re: Bahnstrecke München-Lindau wird wesentlich teurer (PM)

Chris3213517. Februar 2017 15:04



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