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Re: Ist die S 7-Verlängerung nach Lindau sinnvoll?

Hallo,

Wenn ich da aus (Ost-) Schweizer Sicht noch etwas hinzufügen darf:


HG3/4 schrieb:
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> Grundsätzlich ist ein S-Bahn-Verkehr rund um den
> Bodensee ein erstrebenswertes Ziel. Da es einen
> solchen am gesamten Schweizer Ufer sogar über
> St.Margrethen hinaus, als auch zwischen Lindau und
> St.Margrethen bereits gibt, stellt sich die Frage
> nach einem sinnvollen Mehrwert.

Die Idee entstand bei den SBB zusammen mit Thurbo nachdem die Verknüpfung der Ostschweizer S3 mit der Vorarlberger S3 nicht geklappt hat. Man will die EC-Trasse einfach im Stundentakt mit Personenzügen belegen, die bei einem Ausbau des EC-Angebots diesem dann zur Verfügung stehen. Im Schweizer Parlament wurde jüngst dem BAV der Auftrag erteilt, im STEP 2035 einen EC-Stundentakt Zürich-München zu untersuchen. Da ist es einfacher, wenn Zürich-Lindau die stündlichen Trassen bereits gesichert sind und man sich nur noch auf Lindau-München konzentrieren muss.
Die Verlängerung einer in Rorschach endenden S-Bahn ist da eine günstige Möglichkeit, die Trasse einfach mal zu belegen. Gleichzeitig kann eine stündlich schnelle Verbindung zwischen der Ostschweiz und dem bayerischen Bodenseeufer hergestellt werden, die gegenüber den bestehenden S-Bahn-Verbindungen konkurrenzfähiger ist.


> Wie soll diese S-Bahnverbindung, nach dem was
> derzeit im Gespräch ist, eigentlich aussehen.
> Die bislang bekannten Überlegungen basieren
> zunächst auf dem zukünftigen Fernverkehrskonzept,
> das Zürich mit München über den neu gestalteten
> Knoten Lindau verbindet. Auf dieser Verbindung
> sollen zukünftig die auf der Gotthardachse
> entbehrlichen ETR 610, welche aus der aufgelösten
> Cisalpino-Gesellschaft stammen, elektrisch unter
> Nutzung der vorhandenen Neigetechnikeinrichtung ab
> Fahrplanwechsel Dezember 2020 verkehren.

Es werden SBB Astoro auf dem EC eingesetzt. Die Astoro-Flotte besteht aus sieben ETR 610, welche die SBB von Cisalpino übernahmen und zwölf RABe 503, welche die SBB selbst in zwei Serien nachbestellt hatten und 2014-2015 bzw. 2017 (letzte Serie aus vier Zügen bestehend) abgeliefert wurden. Deutschlandtauglich sind nur die RABe 503 und nicht die ETR 610. Es werden also keine ETR 610 nach München eingesetzt, sondern nur RABe 503.

Der EC startet mit sechs bis sieben Zugspaaren am Tag, generell sechs Paare und an den Wochenenden Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Oktoberfest wird auf sieben Paare verdichtet. Die SBB würden gerne acht Paare fahren lassen, aber das ist mit der DB etwas schwierig. Die DB ist da bei Angebotsausbauten immer eher vorsichtiger. Dabei ist der Fernverkehr auch bei den SBB eigenwirtschaftlich, aber bei den SBB hat der EC auch einen höheren Stellenwert (was man auch an der neuen Werbelok Re 421 sieht, die für das neue EC-Angebot ab Fahrplan 2021 wirbt).
Die S7 wird einfach alle Lücken im EC-Angebot schliessen, sodass zwischen Lindau und St. Margrethen ein stündlicher Schnellzug mit 17 täglichen Zugspaaren resultiert.

Die S7 kann frühestens Dezember 2021 eingeführt werden, da vorher noch Bauarbeiten der ÖBB den Fahrplan beeinträchtigen, insbesondere der EC startet im Fahrplan 2021 mit einem Übergangsfahrplan, wo wegen Bauarbeiten mit vmax 80 km/h zwei Minuten im Fahrplan fehelen, sodass ein Halt gestrichen werden muss. Konkret werden zwei EC-Paare in St. Margrethen in halten und in Bregenz durchfahren und vier EC-Paare werden in Bregenz halten und in St. Margrethen durchfahren. Der EC 17.33 Uhr ab Zürich HB wird Montag bis Freitag in Doppeltraktion in Zürich starten und wird in St. Gallen getrennt. Diese Zugstrennung benötigt zusätzliche Zeit, sodass dieser EC ab St. Gallen ohne Halt bis Lindau-Reutin verkehren wird.
Ab Dezember 2021 können dann alle EC St. Margrethen und Bregenz bedienen, ausser wieder Montag bis Freitag der EC Zürich HB ab 17:33 Uhr. Dieser wird in der HVZ-Lage weiterhin eine Doppeltraktion benötigen, allerdings wird dann die Zugstrennung erst in Bregenz erfolgen. Um die zusätzliche Zeit dazu zu haben, wird dieser Zug weiterhin in St. Margrethen durchfahren. Die abgetrennte RABe503-Einheit geht dann in Wolfurt in die Abstellung und macht am Morgen einen Früh-EC Bregenz ab 07:00, Zürich HB an 08:27 Uhr, jeweils Montag bis Freitag; in Diskussion ist noch, diesen EC bereits um 06:52 Uhr in Lindau-Reutin starten zu lassen.


> Da die Trassen des Fernverkehrs nicht
> in den S-Bahntakt des Landes Vorarlberg passen,
> ist kaum zu erwarten und derzeit auch nicht
> erkennbar, dass sich Vorarlberg an einem solchen
> Verkehr beteiligt, zumal in Vorarlberg der Fokus
> derzeit auf dem zweigleisigen Ausbau zwischen
> Hard-Fußach und dem Abzweig Riedenburg/Lauterach
> liegt.

Vorarlberg und Bayern werden sich daran beteiligen, allerdings kommt der Kanton St. Gallen da beiden auch etwas entgegen. Die S7 wird so kommen.


> Deshalb stellt sich die
> Frage, wer solche S-Bahnen nutzen soll, die ab
> Rorschach einen anderen Laufweg als die
> alternierenden EC´s nehmen, die ja via St.Gallen
> verkehren.

Den Zug wird jeder nutzen, der schnell von der Ostschweiz zum bayerischen Bodenseeraum oder umgekehrt möchte. Da ist derzeit einfach eine riesige Angebotslücke vorhanden, weil die Umsteigeverbindungen mit den S-Bahnen einfach verhältnismässig zu lange brauchen. Man sieht das ganz gut, wenn man die Fahrzeiten des EC mit den S-Bahn-Umsteigeverbindungen vergleicht. Und nun will man die EC-Fahrzeit einfach mehr oder weniger stündlich anbieten, was eine riesige Verbesserung darstellen wird. Mit der S7 hat man dann einfach in St. Margrethen einen schlanken Anschluss an die IR13-Linie.


> Hinzu kommt
> noch die Tarifproblematik. Während die
> Fernverkehrsreisenden in der Regel über
> durchgehende Fahrausweise verfügen, muss der
> Nahverkehrsfahrgast mindestens zwei in manchen
> Fällen sogar drei verschiedene Fahrausweise lösen.
> Da er diese zum Teil nur zur sofortigen Fahrt am
> Automaten erhält, kann er den Vorteil des
> durchgehenden Zuges aber gar nicht nutzen.
> (Ausnahme Bodenseeticket, das aber für manche
> Einzelfahrten zu teuer ist).

Bitte nicht etwas verteufeln, nur weil etwas noch nicht ganz ideal gelöst ist. Eine andersgeartete durchgehende S-Bahnverbindung hätte ja genau dasselbe Problem. Natürlich bekommt man ein durchgehendes Einzelbillett St. Margrethen-Lindau an jedem SBB-Schalter.


> Ein weiteres Hemmnis könnte die in den S-Bahn
> GTW´s der Schweiz, zumindest teilweise, fehlende
> Ausrüstung für das österreichisch/deutsche
> Sicherungssystem sein.

Das stimmt nicht, es gibt genug Thurbo-GTW mit der nötigen Zugsicherung und auch einer Zulassung. Umgekehrt wurden auch die Vorarlberger Talent 3 mit Schweiz-Zulassung bestellt. Das Rollmaterial ist also das geringste Problem bei der S7.
ThemaAutorKlicksDatum/Zeit

Ist die S 7-Verlängerung nach Lindau sinnvoll?

HG3/428922. Dezember 2019 22:54

Re: S7 Kopierfehler

HG3/423023. Dezember 2019 00:56

Ja

C. Miller18023. Dezember 2019 09:36

Re: Ja

Jo3316324. Dezember 2019 15:31

Re: Ist die S 7-Verlängerung nach Lindau sinnvoll?

Aquilo10626. Dezember 2019 16:47

Re: Ist die S 7-Verlängerung nach Lindau sinnvoll?

Florian Ziese8427. Dezember 2019 18:38



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