Der aktuell eingeführte Notfahrplan auf der Strecke Buchloe – München stellt einen verkehrspolitischen Skandal dar. Diese Verbindung ist keine Nebenstrecke, sondern eine zentrale Achse des regionalen und überregionalen Verkehrs mit hoher Pendler- und Umsteigerrelevanz.
Besonders problematisch ist weniger die kurzfristige Störung an sich, sondern das vollständige politische und organisatorische Versagen im Umgang damit. In einer solchen Situation hätten alle verfügbaren Hebel in Bewegung gesetzt werden müssen: Priorisierung von Personal, temporäre Umverteilungen, Sondervereinbarungen, Ersatzkonzepte mit Substanz. All das ist offenkundig nicht passiert. Statt aktiver Krisenbewältigung wurde der Notfahrplan schlicht hingenommen und auf die Fahrgäste abgewälzt.
Das Ergebnis ist ein weiterer massiver Vertrauensverlust. Die Deutsche Bahn wird damit noch unzuverlässiger wahrgenommen, als sie es ohnehin schon ist. Wer den Umstieg auf die Schiene politisch propagiert, darf sich solche Zustände nicht leisten. Ein Notfahrplan darf das letzte Mittel sein – hier wirkt er wie die erste und einzige Reaktion.
Wenn selbst auf einer derart wichtigen Relation keine funktionierende Krisensteuerung mehr gelingt, ist das kein Betriebsproblem mehr, sondern ein strukturelles und politisches. Genau darüber sollte man ehrlich diskutieren.