So ganz einfach funktioniert es dann mit dem 19er-Schlüssel auch wieder nicht... ;-)
Denn die sicherheitsrelevanten Bauteile waren auch bei mechanischen Stellwerken verschlossen. So kamen auch in Altshausen nur die LST-Mitarbeiter an den Verschlusskasten dran, weil da ein Vorhängeschloss dranhing.
Neben Personal das man nicht mehr hat, ist auch die Geschwindigkeit nicht mehr zu vergleichen. Nehmen wir als Beispiel mal Friedrichshafen: Ein Zug in Richtung Ulm fährt von Gleis 3 aus. Nur 2 Minuten später geht planmäßig ein Zug von Gleis 4 nach Lindau. Beim mechanischen Stellwerk geht so ein Fahrstraßenwechsel, wenn man mehrere Weichen-, Riegel-, Fahrstraßen- und Signalhebel nacheinander bedienen muss und danach das ganz noch blockelektrisch festlegen muss, mehrere Minuten. Mit ESTW sind es wenige Mausklicks und alles passiert in wenigen Sekunden. ESTWs sind daher ein wesentlicher Faktor, will man Bahnhöfe für die Zukunft rüsten und für dichtere Zugfolgen vorbereiten. Das ganze macht sich dann auch beim Abbau von Verspätungen bemerkbar, wenn Fahrstraßen schnell hintereinander eingestellt werden können.
Grüße,
diezge
järnvägsfotograf schrieb:
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> Hoi,
>
> nein, ich will niemandem ein Hebelstellwerk
> zumuten. Und warum sollte ich neue Technik nicht
> nutzen, wo sie nun mal vorhanden ist.
> Aber ich kenne eben auch noch eine Zeit, als Worte
> wie Kompatibilität und Schnittstelle gar nicht
> nötig waren. Gleiche Stromspannung hat gereicht.
> Und da hat vieles simpel funktioniert und war von
> jedermann mit dem von Thomas genannten 19er
> Schlüssel zu reparieren. Da musste man eben auch
> bei einer Reparatur am Stellwerk nicht ganze
> Streckenabschnitte sperren.
> Aber wir brauchen da nicht weiter diskutieren, das
> würde hier auch zu weit führen. Zumal ich mich dem
> technischen Fortschritt ja ohnehin schon (wenn
> auch murrend) gebeugt habe. Und dass
> Hebelstellwerke aus technischen und personellen
> Gründen längst erledigt sind, ist mir doch auch
> klar.
> Aber dann denke ich doch manchmal an die Zeit, wo
> man mit Hammer und Zange ... nein, ich denke nicht
> mehr dran.
>
> Viele Grüße
> Siegfried