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Beton oder Stahl? Ein Erklärungsversuch

Den größten Teil meines Berufslebens habe ich bei einem Stromversorger im Leitungsbau verbracht und versuche deshalb eine Erklärung.

Wie an den verschiedenen Fahrleitungs-Ausführungen von DB,ÖBB und SBB zu sehen ist, spielen Unternehmens- Philosophien eine wesentliche Rolle.

Da große Betriebe nicht gerne von einzelnen Herstellern oder Branchen abhängig sein wollen, sind Alternativprodukte ebenfalls ein Entscheidungsmerkmal (Wie zum Beispiel die Pielsstickmotoren in Teilserien der 218)

Bei aktuellen Beschaffungen ist sicher der Rohstoffpreis mit entscheidend, bekanntlich unterliegt gerade der Stahlpreis den Veränderungen der Marktnotierungen.

Ob Stahl oder Beton haltbarer ist hängt von verschiedenen Faktoren statt, eines haben sie gemeinsam, ohne wirksamen Oberflächenschutz sinkt die Lebensdauer erheblich.

Die Haltbarkeit von Stahl hängt wesentlich vom Korrosionsschutz ab, die Feuerverzinkung hat hier einen wesentlichen Fortschritt bewirkt. Insbesondere der Übergangsbereich Stahl/Betonfundament kann durch Feuchtigkeit nachhaltig geschädigt werden. Deshalb werden Fahrleitungsmaste aus Stahl heute angeflanscht und nicht mehr als ganzes einbetoniert. Betonmaste, insbesondere die ersten Generationen von Rundmasten aus Schleuderbeton, neigten in Abhängigkeit vom Rütteln und Trocknen zu Rissbildung. Neue Fertigungsmethoden haben auch hier zu deutlich längerer Lebenszeit geführt.

Beim aktuellen Beispiel des Südbahnabschnitts könnten die mitgeführten Speiseleitungen eine Begründung sein. Wie man an den Kopfisolatoren sieht ist eine solche beidseitig vorgesehen. Während die statische Belastbarkeit eines Rundmastes in Längs- und Querrichtung gleich ist, sind diese beim geschweißten Standardflachmast unterschiedlich. Die normalen Fahrleitungsmaste nehmen statisch nur das Gewicht der Kettenfahrleitung und die Querkräfte auf, die Längskraft wird durch die Spannwerke auf statisch dafür ausgelegte Abspannmaste(meist Gittermaste) übertragen, bei Beschädigungen können die Ausleger seitlich ausweichen und so den Mast vor Totalverlust schützen. Speiseleitungen sind fest abgespannt und müssen neben den radiusbedingten Querkräften im Schadenfall erhebliche Längskräfte aufnehmen können, damit es nicht zu Totalschäden an Masten kommt. Die Bilder aus Aitrach, die vor kurzem hier zu sehen waren zeigen, das bei Eingleisigkeit und ebenfalls zwei Speiseleitungen Traversen am Mast notwendig werden, und wegen der statischen Belastung ebenfalls keine Standardmasten eingebaut werden, sondern Gittermaste oder Vollprofilmaste.

Ich hoffe das erklärt einiges. Wenn man es genauer wissen will müsste man die Bauleitung fragen.

Martin
ThemaAutorKlicksDatum/Zeit

Stand Elektifizierung

Albrecht Schäffer76706. Oktober 2018 11:24

Re: Stand Elektifizierung

Berthold Keppeler50506. Oktober 2018 18:49

Re: Stand Elektifizierung

Jo3346907. Oktober 2018 00:16

Kein System erkennbar!?

olek45307. Oktober 2018 11:19

Beton oder Stahl? Ein Erklärungsversuch

HG3/443407. Oktober 2018 23:13

Danke für den Erklärungsversuch! Olek (o.w.T.)

olek14608. Oktober 2018 09:23

Re: Beton oder Stahl? Ein Erklärungsversuch

Jo3329109. Oktober 2018 23:11

Heutige Arbeiten in Einsingen und im Bereich Dellmensingen/Rißtissen (m6B)

Claudius Bernhard47711. Oktober 2018 18:04

Re: Heutige Arbeiten in Einsingen und im Bereich Dellmensingen/Rißtissen (m6B)

diesel-fan31711. Oktober 2018 19:31

Re: Heutige Arbeiten in Einsingen und im Bereich Dellmensingen/Rißtissen (m6B)

Albrecht Schäffer29912. Oktober 2018 06:20

Re: Heutige Arbeiten in Einsingen und im Bereich Dellmensingen/Rißtissen (m6B)

Andi=Ravensburg33612. Oktober 2018 08:15



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